Ein Projekt, das anderen Mut macht!

Mit großer Freude konnten am Donnerstag, den 08.11.2018 die Mitglieder des Schwabehaus e.V. zusammen mit der Stadt Dessau (vertreten durch Baudezernentin Christiane Schlonski) den mit 10.000 € dotierten Bundespreis für Europäische Stadt: Wandel und Werte – Erfolgreiche Entwicklung aus dem Bestand entgegennehmen .

Mehr als 210 Kommunen hatten sich in vier Kategorien (Stadt-Gebäude, Stadt-Leben, Stadt-Raum und Stadt-Bürger) dem bundesweiten Wettbewerb gestellt.

Dabei war das Land Sachsen-Anhalt mit gleich vier Preisträgern besonders erfolgreich vertreten. Denn neben dem Dessauer Schwabehaus konnten auch der Zerbster Schloßverein (Stadt-Gebäude) und die Genossenschaft Bahnhof Eisleben (Stadt-Leben) Preise empfangen. Zudem wurde das Integrationsprojekt Schloß Erxleben mit einem Sonderpreis geehrt.

Die Preisverleihung fand im Rahmen einer Festveranstaltung auf der Messe denkmal 2018 statt. Bau-Staatsekretär (BMI) Gunther Adler und Festredner Stararchitekt Sir David Chipperfield hoben dabei die besondere Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements für die Bewahrung und behutsame Entwicklung der Europäischen Stadt hervor.

Mitglieder des Schwabehaus e.V. bei der Preisverleihung des Bundeswettbewerbs Europäische Stadt: Wandel & Werte – Erfolgreiche Entwicklung aus dem Bestand

JURYBEGRÜNDUNG

Ein Projekt, das an deren Mut macht! Schwabehaus und Alte Bäckerei im Theater- und Johannisviertel Dessau

Der Verein Schwabehaus, ein Zusammenschluss engagierter Bürgerinnen und Bürger, hat sich zur Rettung des 1826 erbauten Schwabehauses gegründet. Das verfallene Fachwerkensemble wurde durch den Verein nicht nur denkmalgerecht saniert, sondern seit nunmehr zwanzig Jahren erfolgreich gewerblich wie auch mit gemeinnützig-kultureller Arbeit bespielt. Im Jahr 2007 konnte auch die benachbarte „Alte Bäckerei“ vor dem Verfall bewahrt werden. Der Verein betreibt beide Häuser in Eigenregie und lädt regelmäßig zu vielfältigen Veranstaltungen wie z.B. Sommerhofkino, Konzerte, Lesungen aber auch Adventsmärkten ein.

Die gewürdigte und ausgezeichnete Vereinsarbeit zeigt beispielhaft, wie zum einen städtebauliche Missstände durch bürgerschaftliches Engagement erfolgreich eingedämmt und anderseits wie durch kontinuierliches Handeln die Entwicklung eines ganzen Stadtquartiers positiv beeinflusst werden kann.

HINTERGRUND

Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) lobte aus Anlass des Europäischen Kulturerbejahres 2018 (ECHY 2018) unter dem Dach der Bund-Länder-Städtebauförderung und der Nationalen Stadtentwicklungspolitik (NSP) gemeinsam mit den Ländern und Kommunalen Spitzenverbänden den Bundeswettbewerb “Europäische Stadt: Wandel und Werte – Erfolgreiche Entwicklung aus dem Bestand” aus. Mit dem Bundeswettbewerb sollen herausragende Konzepte und Projekte für einen zukunftsweisenden Umgang mit dem baukulturellen Erbe im städtebaulichen Kontext ausgezeichnet werden. Städte und Gemeinden der Bundesrepublik Deutschland waren aufgerufen, bis zum 13. September 2018, Wettbewerbsbeiträge verschiedener Umsetzungsstufen – sei es ein Konzept oder ein realisiertes Projekt – einzureichen.

Link zum Wettbewerb:
http://www.bundeswettbewerb-europaeische-stadt.de/