September 1998: Der Stadtrat hatte dem Schwabehaus eine letzte zweimonatige Gnadenfrist gewährt, um jemanden zu finden, der das Haus sanieren und als Denkmal erhalten würde. Eine solche Frist (das war den Abrißbefüürwortern dabei durchaus bewußt) ergab eigentlich keine seriöse Chance zur Rettung des Hauses; eigentlich …
(siehe Baugeschichte / Rettung ? Todesurteil ?)
In der scheinbar aussichtslosen Situation starteten mehrere Bürger die “Aktion Sonnenflecken”.
Die Zeit drängte: Es standen knapp acht Wochen zur Verfügung, um eine Erhaltungsstrategie für das Schwabehaus zu entwickeln. Auf schnell gemachten und verteilten Handzetteln wurde zu einem Treffen aufgerufen, aus dem die Gründungsversammlung des Schwabehaus e.V. wurde. Am 22.09.1998 nahmen 13 engagierte Bürger teil, darunter Stadträte der CDU, der SPD, der PDS und der heutigen Alternativen Fraktion. Der Schwabehaus e.V. konnte in einer Rekordzeit von vier Wochen ins Vereinsregister gelangen und erhielt den Status der Gemeinnützigkeit. Die Zahl der Mitglieder nahm schnell zu.
Im Bewußtsein, dass weder der “Staat” noch ein großer Unbekannter sich dieses Denkmals annehmen werde, stellten sich die Vereinsmitglieder die Frage, warum nicht wir Bürger selbst der gesuchte Investor sein könnten. Als Teil einer selbstbewußten Bürgerschaft wollten wir einen aktiven Beitrag zur Erhaltung dieses wichtigen Zeugnisses Dessauer Stadtgeschichte leisten. Gleichzeitig erhofften wir uns, daß die Sanierung des Schwabehauses als Impuls auf die Entwicklung des umliegenden Areals ausstrahlen könnte. Es war von Anbeginn Ziel des Vereins, das denkmalgeschützte Schwabehaus käuflich zu erwerben, um es denkmalgerecht und behutsam zu sanieren.
Bei den ersten Begehungen des Hauses wurde sichtbar, daß der Bau wissentlich falsch gesichert wurde. So leitete man das im Dachbereich anfallende Regenwasser direkt ins Gebäude und öffnete sämtliche Dachluken zum Innenhof ! Nach Ansicht der Schäden mußte innerhalb kürzester Zeit eine Bauaufnahme und Ermittlung des Sanierungsaufwandes durchgeführt werden. Auf dieser Basis konnte ein grobes Sanierungs- und Nutzungskonzept aufgestellt werden, ergänzt durch ein schnell aber solide konzipiertes Finanzierungsgerüst.