Ein Roadmovie der etwas anderen Art im Schwabehaus
Was haben zwei unterbelichtete Brüder, die nicht lesen können, ein flüchtender Rotarmisten mit einer Kalaschnikow und eine junge Frau im kurzen Rock gemeinsam? Sie sind das Salz in der Suppe zum schrägsten deutschen Roadmovie der Filmgeschichte: „Wir können auch anders…“ erhielt auf der Berlinale 1993 eine “Lobende Erwähnung für den humorvollen Umgang mit der heutigen deutschen Wirklichkeit”.

Schwabehaus und Kiez e.V. präsentieren am Freitag, den 13. August 2010 die Komödie, die Regisseur Detlev Buck den Durchbruch bescherte. Sein unterkühlter, lakonischer Witz, die trockenen Dialoge und die hervorragende Besetzung (Joachim Król, Horst Krause und Heinrich Giskes) sind der pure Genuss für jeden Cineasten.
Die beiden Brüder Rudi und Moritz erben von ihrer Oma ein Haus irgendwo im tiefsten Osten der gerade wiedervereinigten Republik. Mit Moritz’ klapprigem Lkw machen sie sich auf den Weg, doch dummerweise können beide nicht lesen – nicht ‘mal die Straßenschilder. Unterwegs gesellt sich noch ein flüchtiger russischer Soldat zu ihnen, doch der kennt nur kyrillische Schriftzeichen. Als das Trio schließlich von einer marodierenden Bande überfallen wird, ist ihnen die Kalaschnikow des Russen bei diesem Problem behilflich. Allerdings werden sie nun von der Polizei als Terroristen verfolgt… Auf der Odyssee durch das Land ziehen die beiden gutgläubigen Brüder eine Spur des Verbrechens hinter sich her, von der sie nicht zu träumen gewagt hätten.

Nach seiner Flachland-Komödie “Karniggels” (1991) war diese skurrile Komödie mit starken Anleihen beim Western der erste große Kassenerfolg für Detlev Buck. Gleichzeitig erlebte Joachim Król, der später auch in “Der bewegte Mann” großen Eindruck hinterließ, mit der Rolle des gleichermaßen tumben wie gewitzten Rudi seinen Durchbruch. Detlev Bucks Humor ist, wie (fast) immer, von Understatement geprägt. Lachen entsteht hier durch Aussparung der direkten Aktion, aus permanentem Herunterspielen der absurdesten Ereignisse. Auch in diesem Punkt orientiert sich Buck an Vorbildern aus dem Western-Genre. Aufgrund der hervorragend besetzten Rollen und der irren und witzigen Geschichte gelingt es Buck, den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Szene zu fesseln.
Im Vorprogramm diesmal eine Buchpremiere. Die Hamburger Malerin Kati Kreklau und der Dessauer Lyriker Klaus Meier haben ihr Gemeinschaftsprojekt „Linie trifft Lyrik“ aus dem Jahr 2009 fortgeführt. Daraus entstand jetzt ein beeindruckendes Buch mit Bildern zu Gedichten und Gedichten zu Bildern. Aus Anlass der Fertigstellung von “Linie trifft Lyrik – Lyrik trifft Linie” findet im Vorprogramm des Sommerkinos eine musikalische Lesung statt.
Das Vorprogramm beginnt ab 20.30 Uhr. Filmstart ist wie immer um 21.30 Uhr. Natürlich gibt es auch wieder kulinarische Besonderheiten passend zum Film und all das im gemütlichen Ambiente des bei Regen überdachten Schwabehaus-Hofes in der Johannisstraße 18.
Vorbestellungen und Kontakttelefon unter Tel. 0340 – 859 88 23
(Mo-Fr von 9-16 Uhr) Vorbestellte Karten müssen eine halbe Stunde vor
Vorstellungsbeginn abgeholt werden. Zeitiges Erscheinen sichert die besten Plätze!
Eintritt: 5 Euro, mit Schüler- bzw. Studentenausweis 4 Euro